Die Geschichte der Marktgemeinde Velden am Wörther See

Die Marktgemeinde Velden am Wörthersee feierte ihr 150jähriges Bestehen als selbständige Gemeinde im Millenniumsjahr 2000 als Ausdruck ihrer Dankbarkeit für eine stete Weiterentwicklung in anderthalb Jahrhunderten bewegter Zeiten.

Ihren Aufstieg von einem unbedeutenden Dorf zu einem internationalen Alpenseebadeort verdankt die Gemeinde Velden einmal ihrer günstigen geographischen und bioklimatischen Lage, zum anderen - trotz ihrer Abhängigkeit von der politischen und wirtschaftlichen Gesamtlage des Landes - dem Fleiß und den Initiativen ihrer Bürger, ihres Gemeinderates und ihrer Bürgermeister.

Politisch gehörte Velden in seiner frühen Periode seit dem 12. Jahrhundert zur Herrschaft und Burg Hohenwart, in deren Besitz die Grafen von Ortenburg und Cilli, dann der Millstätter St. Georgs-Orden und schließlich die Habsburger waren. Von letzteren erwarben 1545 die Khevenhüller neben der Herrschaft Landskron auch die Herrschaft Velden. Die seit 1603 selbständige Herrschaft Velden gelangte 1629 in den Besitz der Grafen von Dietrichstein. Bei ihrer Auflösung durch das Gemeindegesetz vom 17. März 1849 umfasste das Gemeindeterritorium die Katastralgemeinden Velden, Augsdorf, Duel, Lind Emmersdorf, Kerschdorf, Köstenberg und Sand.

Am 1. Januar 1850 wurde aus diesen Gemeinden die selbständige Großgemeinde Velden, die im 19. und 20. Jahrhundert durch Verwaltungsreformen mehrmals ihre Größe änderte. So wurden 1866 die Katastralgemeinden Augsdorf, Duel, Emmersdorf, St. Egyden, Kerschdorf, Köstenberg, Latschach und Lind nach Auflösung der Großgemeinde Velden in der Ortsgemeinde Augsdorf zusammengefasst. 1889 entstand die selbständige Ortsgemeinde Köstenberg mit den Katastralgemeinden Köstenberg und Kerschdorf. 1902 wurde die Ortsgemeinde Augsdorf geteilt. Jetzt bestanden die Ortsgemeinden Augsdorf mit den Steuergemeinden Augsdorf, St. Egyden und Latschach, sowie die Ortsgemeinde Lind ob Velden mit den Steuergemeinden Lind, Emmersdorf und Duel. 1924 wurde der Umfang Veldens erneut abgeändert. Hinzu kamen die Ortschaften Augsdorf, Duel, Auen und Unterjeserz. 1934 fand ein Gebietstausch zwischen den Gemeinden Köstenberg und Velden statt. 1963 kam schließlich Lind mit Duel zu Velden. Die Ortsgemeinde wurde am 2. Mai 1947 zur Marktgemeinde erhoben. Eine wichtige bis heute bestehende Veränderung in der Gemeindestruktur brachte das 1972 das Gesetz über die Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten. Mit Velden wurden die Gemeinden Augsdorf, Köstenberg sowie Teile der Gemeinden Wernberg (Sand, Kerschdorf) und Teile von Techelsberg (im Austausch) zur Marktgemeinde Velden vereint. Damit hat Velden praktisch in seinen Grenzen die Größe von 1850 wieder erreicht. Neben dem seit Jahrhunderten bestehenden Verkehr auf der alten, durch den Ort führenden Reichstraße kamen entscheidende Impulse in der Entwicklung zum Fremdenverkehrsort durch die Eröffnung der Wörtherseeschifffahrt im Jahre 1853 und durch die wichtige 1864 erfolgte Einweihung der Eisenbahnstrecke Klagenfurt-Villach. Dadurch war der aufblühende Ort in die verkehrspolitische Infrastruktur von Straße, Schiene und Schifffahrt fest eingebunden. Zum wirklichen internationalen Alpenseekurort entwickelte sich Velden durch den Bau der Tauernbahn mit ihrem 1909 fertiggestellten Tunnel durch die Hohen Tauern in Richtung Norden. In heutiger Zeit kamen die Autobahnen durch die Tauern, das Kanaltal, die Karawanken und über die Pack hinzu, die jeden Gast im eigenen Fahrzeug nach Velden bringen können.

1864 erfolgte die Eröffnung der ersten Veldener Badeanstalt, der bald weitere folgten. Sie machten das Baden im See zu einem ebenso wichtigen Zweig des Kurortes, wie die Sorge der aufstrebenden Gastronomie um das leibliche Wohl seiner Gäste. In der frühen Balneologiegeschichte zeugte die erste Kneipp-Kuranstalt Kärntens im Auenhof seit den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts und die Dr. Engstlersche Wasserkuranstalt seit 1908 als eine der ersten am Wörthersee für die Initiativen Veldens auch auf dem gesundheitlichen Sektor. Aus einem Dorf von 3.356 Einwohnern im Jahre 1850 mit Emmersdorf (283), Lind (279), Duel (236), Kerschdorf (423), Köstenberg (512), Velden (489), Augsdorf (427), St. Egyden (384) und Latschach (323) wurde im Jahre 2000 eine Marktgemeinde mit 8617 Einwohnern.